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Letzte Änderung: 22.09.2003

Country-Music live aus den USA

San Francisco

 

San Francisco Skyline  02.11.1999

San Francisco, der kosmopolitische Schmelztiegel der USA, die Stadt am St.-Andreas-Graben. Für viele ist sie die europäischste aller amerikanischen Städte.Sie sprüht vor Lebensfreude, trotz der stetigen Gefahr neuer Erdbeben. Hier haben Chinesen, Japaner, Italiener, Mexikaner und viele andere Menschen, meistens Nachkommen von Einwanderern, ihre Kultur auf lebendige Weise bewahrt und so ganze Stadtviertel geprägt. Das ist der hauptsächliche Reichtum von San Francisco. Die Stadt ist die Geschichte von Menschen, die entschlossen sind, trotz vielleicht lauernder Bedrohung in einer unvergleichlich schönen Umgebung auszuharren. Das erfordert einen ganz besonderen Elan, und diesen Elan, diese Energie haben sich die Menschen erhalten, ungeachtet von der äußerlichen Veränderung des Stadtbildes.

Die Geschichte San Francisco´s

Wann San Francisco genau gegründet wurde, ist immer noch nicht ganz klar. Die einen sagen, es wäre der 29.Juni 1776, der Tag an dem die Spanier die erste Messe in der gerade errichteten Mission San Francisco de Asis feierten. Die anderen bevorzugen das Jahr 1835, als der englische Kapitän William Richardson die Siedlung Yerba Buena, die Keimzelle des heutigen San Francisco, gründete. Die Mehrzahl der Menschen sagen jedoch, daß San Francisco seit 1847 besteht, nachdem im Jahr 1846 Siedler aus den USA in Monterrey die Unabhängigkeit Kaliforniens von Mexiko erklärten und die amerikanische Flagge hißten, die kurze Zeit später auch über Yerba Buena wehte. Die Siedler tauften im Jahre 1847 Yerba Buena dann endgültig in San Francisco um. Nachdem im Jahr 1848 in Coloma Gold entdeckt wurde, strömten kurze Zeit später Glücksritter aus aller Welt auch nach San Francisco, die dadurch immens schnell wuchs. Doch in der ersten Zeit glich San Fran (bitte nicht Frisco sagen) einem Sündenpfuhl, denn überall schossen Kneipen und Bordelle aus dem Boden. Die Zahl der Einwohner wuchs innerhalb von nur 2 Jahren von 300 auf 25.000. Als Kalifornien 1850 in die Union aufgenommen wurde, hat der Goldrausch seinen Höhepunkt überschritten. 1859 wird das bis heute gültige Stadtwappen entworfen. Kurz darauf entdeckte man die Comstock Lode, eine ergiebige Silberader in der Sierra Nevada, und durch einen erneuten Wirtschaftsaufschwung wurde aus einer Grenzstadt eine Metropole.

Ab 1860 wächst der Bevölkerungsanteil der Chinesen extrem schnell an, die ursprünglich als Bergleute geholt wurden. Dabei waren sie allerdings so erfolgreich, daß man sie aus Neid von den ertragreichen Minen verjagte. Etwa 9000 Chinesen halfen dann beim Bau der transkontinentalen Eisenbahnlinie. Nachfahren dieser Chinesen wohnen heutzutage in Chinatown, der größten “chinesischen Stadt” außerhalb Chinas.

Am 04.April 1870 wird der Golden Gate Park eingeweiht, und 1873 verbinden die ersten Cable-Cars der Welt die Kearny Street mit der Jones Street. Kaum jemand, der je in San Francisco war, ist niemals mit einem dieser knatternden Wahrzeichen gefahren. Es ist eigentlich ein absolutes Muß eines jeden Besuchs.

Skyline von San Francisco vom Coit-Tower im April 1995

1890 war San Francisco bereits eine Großstadt mit mehr als 300.00 Einwohnern, 2 Universitäten (California State University und San Francisco University), öffentlichen und privaten Bibliotheken, zwölf Theatern und einer Oper.

Das lang Erwartete und trotzdem in dieser Heftigkeit Unerwartete trat dann am 18.April 1906 ein. Ein gewaltiges Erdbeben (8,3 auf der Richterskala) erschütterte die Stadt. Durch dieses Beben und den nachfolgenden Bränden wurden in drei Tagen und Nächten 250.000 Häuser zerstört und 452 Menschen getötet. Jeder ist allerdings davon überzeugt, daß das größte Beben (The Big One) noch aussteht. Bereits zur Panama-Pazifik-Ausstellung im Jahre 1915 präsentierte sich San Francisco wieder so, als wäre nichts gewesen.1936 & 1937 erhielt die Stadt mit der Oakland Bay Bridge und der Golden Gate Bridge nicht nur zwei neue Wahrzeichen, sondern zudem die langersehnte Straßenverbindung zur östlichen und nördlichen Seite der Bucht.

Nachdem San Francisco im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle als Kriegshafen gespielt hat, kamen in den 50er Jahren eine ganze Gruppe von Schriftstellern in die Stadt, die in provozierenden Gedichten und Theaterstücken die Prinzipien des Kapitalismus anprangerten, gegen die Unterdrückung der Schwarzen schrieben und ein Leben jenseits aller Konventionen propagierten. In den 60er Jahren wurde in San Francisco eine Bewegung gegründet, die einen großen Einfluß auf das Leben der Jugendlichen auf der ganzen Welt hatte. “Make Love, Not War” war der Leitsatz der Hippies, die die Macht der Blumen (Flower-Power) und der Liebe propagierten.Von Sausalito kommend machten sie den Stadtteil Haight-Ashbury zu ihrem Wohnort. Höhepunkt der Bewegung -und der Anfang vom Ende- war der legendäre Summer of Love, der 1967 über 500.00 junge Leute in die Stadt lockte. Im folgenden Jahrzehnt avanciert die Metropole am Golden Gate zum Wegbereiter der Rechte von Homosexuellen. Sie lassen sich im Tenderloin District, in der Folsom Street und der Castro Street nieder. Initiatoren dieser Entwicklung waren jene Soldaten, die wegen tatsächlicher oder angeblicher homosexueller Neigungen die Armee verlassen mußten. Die Diskriminierung von Homosexuellen in den meisten Regionen der USA und die Existenz einer stabilen Gay Community in San Francisco zog weitere Gleichgesinnte an. 1977 wird Harvey Milk als erster offen schwuler Politiker ins Stadtparlament gewählt. Drei Wochen nach seinem Amtsantritt fällt er jedoch einem Attentat zum Opfer. Das schockte zwar die Bewegung, ließ sie aber noch weiter anwachsen. Heute sind die Homosexuellen, die fast 20% der Bevölkerung stellen, integrierter Bestandteil der Stadtkultur.

Golden Gate Bridge im April 1995

What to do in San Francisco :

- Wie schon erwähnt ist eine Fahrt mir der Cable Car ein absolutes Muß eines jeden Besuchers. Am beliebtesten ist die Strecke vom Union Square zur Fisherman´s Wharf. Verpassen Sie dieses Abenteuer nicht.

- Der Union Square ist ebenfalls Ausgangspunkt für eine große Shopping-Tour, da er der Mittelpunkt des Einkaufsviertels ist. Große Einkaufshäuser wie Macy´s, Saks Fifth Avenue, Nike-Town, Levi´s-Store und das San Francisco Shopping Center säumen dort Ihren Weg. Besonders das Letztgenannte ist sehenswert, da in diesem 9stöckigen Konsumpalast mehr als 100 Geschäfte verschiedenster Anbieter untergracht sind.

- Ebenso wie eine Fahrt mit der Cable-Car gehört eine Fahrt (oder ein Spaziergang) über die Golden Gate Bridge zum Pflichtprogramm eines jeden San Francisco Besuchs. Die am 27.Mai 1937 vollendete fast drei Kilometer lange Brücke ist das optische Wahrzeichen der Stadt. Am Beginn und am Ende hat man hervorragende Möglichkeiten, Fotos zu schießen. Besonders der Aussichtpunkt auf der Nordseite bietet einen phantastischen Blick auf die Brücke und, wenn man sich ein wenig dreht, auch auf die Stadt, die Bucht inclusive der Gefängnisinsel Alcatraz und dem Hafen.

- Danach sollte man auch einen kleinen Abstecher in das schöne Örtchen Sausalito machen, in dem früher die Hippie-Bewegung ihren Anfang nahm. Einige “Alt-Hippies” leben auch heute noch auf ihren Hausbooten im Hafen von Sausalito.

- Zurück in der Stadt steht ein Besuch des Civic-Center auf dem Programm. Der Plaza wird von dem pompösen, im neoklassistischen Stil erbauten Rathaus (City Hall) dominiert. Der Säulenbau wird bekrönt von einem 96m hohen Kuppeldach, das nach dem Vorbild des Petersdoms in Rom entstand. Hinter dem Rathaus erheben sich das 1932 erbaute War Memorial Opera House, in dem sich 1945 die Vereinten Nationen (UNO) gründeten, sowie das Veterans Building und die im postmodernen Stil gestaltete Davis Symphony Hall. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes befindet sich die Main Public Library mit einem Bestand von rund 1,7 Millionen Büchern.

- Der Financal District beherbergt neben der Zentrale der Bank of America auch das durch seine Form weltbekannt gewordene Transamerica Building. Dieses als erdbebensicher deklarierte, spitz zulaufende Bürogebäude gehört inzwischen zum anerkannten Teil des Stadtbildes.

- Chinatown ist die größte chinesische Gemeinde außerhalb Asiens. In dem acht Straßenblock großen Bereich leben rund 90.000 Menschen, wenngleich der größte Teil der chinesischstämmigen Bevölkerung inzwischen in anderen Stadtvierteln zu Hause ist. Trotz allem fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Versäumen Sie nicht, in Chinatown zu essen. Wer hier in Deutschland schon gerne chinesisch essen geht, wird dort aus den Restaurants nicht mehr weg wollen.

- Der Coit Tower, 1933 auf dem Telegraph Hill errichtet, ist ein weiteres Wahrzeichen von San Francisco. Der 64m hohe Turm, der ein Denkmal für die Freiwillige Feuerwehr ist, die 1906 beim Erdbeben gegen die Feuersbrunst kämpfte, bietet einen herrlichen Ausblick über die Stadt, den Hafen und die Bay. Die Umrisse des Turms sollen an die Umrisse einer Feuerwehrspritze erinnern.

- Fisherman´s Wharf und das Pier 39 sind das Touristenziel Nummer 1. Hier locken (sehr gute) Restaurants, Kneipen, Geschäfte, Museen u.v.m. den Touristen das Geld aus der Tasche. In der Underwater World gewährt Ihnen ein Spaziergang durch einen 100m langen Tunnel Einblicke in das Leben der Meeresbewohner an der Bay, während Sie auf der Pier selbst Seelöwen beim Sonnen betrachten können. Fisherman´s Wharf ist auch Ausgangspunkt für viele Bootstouren.

- Eine dieser Fährverbindungen ist die Tour auf die legendäre Gefängnisinsel Alcatraz. Als Thema vieler Filme und Bücher wurde Alcatraz zu einem Symbol der Schattenseite Amerikas. Die bekannten Geschichten über das Gefängnis und einige seiner Insassen wie Al Capone oder dem Vogelmann von Alcatraz, Robert Stroud, beruhen mehr auf Dichtung als auf Wahrheit. Die Realität von Alcatraz wurde oft übersehen und verlor sich im Nebelschleier seiner Mythen. So hatte zum Beispiel der “Vogelmann” Robert Strout nie Vögel auf Alcatraz, sondern nur in in der Strafanstalt Leavenworth. Auch wurden nie Hinrichtungen auf Alcatraz vollzogen. Ihren Namen bekam die Insel 1775 vom Spanier Lt. Juan Manuel de Ayala, der die 9ha große Insel Isla de Alcatraces (span.: Pelikan) nannte. Alcatraz wurde ursprunglich 1853 als Festung aufgebaut, wurde jedoch 1859 mit dem Eintreffen der ersten permanenten Garnison auch direkt für 11 Soldaten zum Gefängnis. Während des Bürgerkrieges wuchs die Zahl der Inhaftierten schnell an. Als 1907 die Festung aufgegeben wurde, wurden die regulären Armeetruppen durch Soldaten der U.S. Militärwache ersetzt. Innerhalb eines Jahres hatte die Armee mit dem Abbruch der Zitadelle begonnen und ein riesiges Zellengebäude aus Beton erbaut. 1915 erhielt Alcatraz die neue Bezeichnung “United States Disciplinary Barracks, Pacific Branch (U.S. Strafkaserne, Abteilung Pazifik).1934 wurde Alcatraz vom neugeschaffenen Justizministerium zur Bundesstrafanstalt und zum Hochsicherheitsgefängnis erklärt. Von den 1545 Männern (es gab nie weibliche Gefangene), die ihre Strafe dort verbüßt haben, trugen nur wenige berüchtigte Namen. Die bekanntesten Inhaftierten waren: Al ”Scarface” Capone, George “Machine Gun” Kelly, “Doc” Barker und Robert Strout, der “Vogelmann von Alcatraz”. Von den 14 versuchten Ausbrüchen aus dem Bundesgefängnis gelang nur zwei Männern die Flucht. Obwohl ihre Leichen nie gefunden wurden, nimmt man an, daß sie ertrunken sind. Steigende Unterhalts- und Betriebskosten veranlaßten U.S. Generalstaatsanwalt Robert F. Kennedy, Alcatraz 1963 zu schließen. 1964 erhoben Sioux-Indianer Anspruch auf die Insel und besetzten sie 4 Tage. Am 09.November 1969 landete eine weitere kleine Gruppe auf der Insel und besetzte sie im Namen der “Indianer aller Stämme” - ein Wendepunkt in dem gemeinschaftlichen Vorgehen.   11 Tage später begann die Besetzung im großen Stil und dauerte 19 Monate. Den Kauf von Manhattan Island im Jahr 1626 nachahmend, boten die “Indianer aller Stämme” an, “The Rock” von der Bundesregierung für Perlen, bunten Stoff und anderen Handelswaren im Wert von 24 Dollar zu kaufen, was diese natürlich ablehnte. Diese Aktion war vor allem Ausdruck des erstarkten Selbstbewußtseins der Indianer, die wie andere Minderheiten in den 60er Jahren auf ihre Rechte aufmerksam machten. Heute gehört die Insel zur Golden Gate National Recreation Area, dem 10.000ha großen und 119 Millionen Dollar teuren Park, der 1972 von Präsident Nixon genehmigt wurde.

Genau wie bei der Seite über New York muß ich hier einen Cut machen, obwohl San Francisco noch wesentlich mehr zu bieten hat. Ich stehe Ihnen aber selbstverständlich bei Fragen gerne zur Verfügung oder klicken Sie auf der Link-Seite einfach auf den San Francisco-Button, und Sie werden direkt mit der Homepage des Touristik-Büros von San Francisco verbunden.

Tipp:

Sollten Sie bei einem längeren Aufenthalt in San Francisco einmal nicht mehr wissen, was Sie machen sollen (??), empfehle ich Ihnen einen Ausflug in die nördlichen Muir Woods. Hier erwartet Sie ein Eindruck, wie Kalifornien vor Jahrhunderten ausgesehen haben könnte. Oder machen Sie eine Fahrt mit der Fähre der Red and White Flotte nach Angel Island - eine abgasfreie, herrliche Naturschönheit in der Bucht von San Francisco.

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